Nicaragua
Nicaragua Gruppe

Birsfelden

Unsere Geschichte

Der Urgedanke der Nicaragua-Gruppe geht in das Jahr 1972 zurück, als bei einem Frauentreff der Kirche in Frauenfeld den Doku Film "Bananera libertad" (Bananenfreiheit) von Peter von Gunten gezeigt wurde. Der Film regte zu Diskussionen an. Als der Dollarpreis im Jahr 1973 um die Hälfte fiel und die Migros gleichzeitig die Bananenpreise von SFr. 1.50 auf SFr. 1.35 senkte, waren den "Bananenfrauen" (vorab Ursula Brunner) klar, hier musste etwas geschehen. Sie gelangten an die Migros und wollten, dass diese die Preisreduktion der 15 Rappen direkt an die Produzenten weitergeben. Die Migros ging darauf nicht ein. So organisierten die Bananenfrauen, dass viele Gleichgesinnte einen Solidartätsbeitrag von 15 Rappen pro Kilo auf das Konto der Migros überwiesen, mit dem Vermerk, dieses Geld den Arbeitern in Zentralamerika zu geben. Gleichzeitig gingen die Bananenfrauen auf die Strasse, verteilten Bananen, sammelten Unterschriftsbögen und machten so die Bevölkerung auf die soziale und Ökologische Missstände aufmerksam.

SRF Logo
© Menschen und Horizonte / Interview mit Ursula Brunner 11.10.2010
Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)


Da ein Direkt-Import nicht möglich war, da die kleinen Plantagen durch langjährige Verträge an grosse Firmen gebunden waren, wurden in den nächsten Jahren Chiquita und Dôle Bananen gekauft und mit einem Aufpreis auf der Strasse an diversen Ständen verkauft. 1986 wurden durch Strassenaktionen in der Schweiz innert wenigen Tagen 40 Tonnen Bananen verkauft.

Der Contra-Krieg verschlechterte die Zustände in Nicaragua dramatisch. Die Standard Fruit Company (heute Dôle Food Company) gab im Oktober 1982 unter Verletzung eines bis 1985 gültigen Vertrages mit der nicaraguanischen Regierung bekannt, alle Bananengeschäfte mit Nicaragua einzustellen (wikipedia.org). Bei den Parlamentswahlen von 1984 gewann der Präsidentschaftskandidat der Sandinisten, Daniel Ortega mit grosser Mehrheit. Durch das 1985 verhängte Wirtschaftembargo der USA veränderte sich aber die Situation des Landes.

Das war die Chance für die aktiven Bananenfrauen, jetzt konnten die Bananen aus Nicaragua direkt nach Europa importiert werden. Die Nicaragua-Banananaktionen wurden von OS3 - Sonceboz (Bananen-Aktion) organisiert. Nica Bananan

Aus Organisationsgründen wurde 1987 die "Gebana" (gerechter Bananenhandel) gegründet und diese importierte die 'fairtrade' Bananen direkt nach Europa. Jetzt wurden diese gerechten Nica-Bananen an Strassenaktionen verkauft. Gleichzeitig waren Früchtehändler und Dritte-Welt-Läden jetzt bereit, diese Bananen zu verkaufen. In Deutschland begann auf Initiative der gebana der gemeinnützige Verein BanaFair mit dem Verkauf von Bananen.

In Nicaragua verloren 1990 die Sandinisten die Wahlen und 1991 hob die USA das Handelsembargo auf. Innert zwei Jahren waren alle Bananenplantagen ausgedörrt, weil in die Plantagen nichts mehr investiert wurde. Gebana fand dann unabhängige Produzenten in Costa Rica, so konnten ab 1993 bis 1997 die Pablitos Bananen importiert und verkauft werden.

Pablitos Bananan
Als der Grossverteiler Migros 1997 die ersten Max Havelaar Bananen verkaufte, machte dies den Direkt-Import von Bananen überflüssig. Gebana hat sich jetzt auch auf andere faritrade Produkte spezialisiert - Verein zur Förderung und Unterstützung des Fairen Handels. Nach dem Motto "Weltweit ab Hof".

Auch die Katholische Kirche in Birsfelden (Theologin Regula Strobel und Hubert Zurkunden) beschäftige 1986 diese Entwicklung in Nicaragua, deshalb wurde unter dem Namen Nicaragua Solidaritäsgruppe Birsfelden Strassen Aktionen ins Auge gefasst. Das war der Start der Nicaragua Gruppe in Birsfelden. Es wurden regelmässig je ein Stand vor der Migros und dem Coop organisierte. 1986 wurden an einem Samstag 14 Bananenschachteln an zwei Ständen von 8.00 - 16.00 Uhr verkauft.

Wir verkauften 9 mal im Jahr regelmässig Bananen vor Coop und der Migros. 2004 verbot uns der Grossverteiler Coop das Standrecht und wir wechselten auf die andere Seite vor die UBS und Hard Apotheke. Da jetzt die meisten Grossverteiler Hax Havelaar Bananen verkauften, sank unsere Bananen-Menge, welcher wir an den Ständen verkaufen konnten.
Ohne den Verkauf von anderen Fair Trade Produkte und den regelmässigen Spenden würde sich das schon lange nicht mehr lohnen.

Unser Verein hat schon einige Tiefs und Hochs erlebt und so war das Bestehen der Nicaragua-Gruppe schon zweimal auf der Kippe. Das Einführen der Max Havelaar Bananen bei den Grossverteilern hat bei uns natürlich auch die Frage aufgeworfen, ob es uns weiterhin geben sollte. Aber auch heute geht es den meisten Menschen in Nicaragua nicht sehr gut - unsere Hilfe ist auch heute noch notwendig!

Da wir auf ehrenamtlich Verkäufer/innen an den Ständen angewiesen sind, mussten wir aktiv neues Verkaufspersonal suchen. Auch wurden die Stand-Verkaufszeiten dramatisch angepasst. Am Anfang verkauften wir in zwei Schichten von morgens 8.00 Uhr bis nachmittag um 16.00 Uhr. Heute sind wir in einer Schicht von 8.30/9.00 Uhr bis 12.00 Uhr für Sie da. Wenn Sie Interesse haben, einmal bei uns zu verkaufen, bitte melden Sie sich einfach - wir freuen uns über jeden Zugang.
aya-watch.de

Spenden © 2019 Nicaragua Gruppe   website by karibu